Für die letzte lange Busfahrt meiner Reise hatte ich mir etwas besonderes gegönnt, einen luxuriösen Suite-Cama Sitz in einem Nachtbus nach Buenos Aires. Der Komfort ist in etwa vergleichbar mit dem der ersten Klasse in Flugzeugen – Der Sitz lässt sich zum schlafen horizontal zurückklappen und auch das Essen an Bord ist um einiges besser als in den normalen Bussen. Ich wurde mit einem Glas Champagner empfangen und zum Abendessen wurde Wein gereicht, was das Einschlafen auch einiges erleichterte.
Ausgeruht erreichte ich so Buenos Aires am nächsten Morgen und machte mich per Subte (U-Bahn) auf den Weg in die Innenstadt. Mit Marleen und Anna waren bereits zwei bekannte Gesichter in der Stadt und ich versuchte, in ihrem Hostel ein Bett zu kriegen, was leider für die nächsten drei Tage nicht möglich war. So suchte ich mir ein anderes Hostel in der Nähe und traf die beiden dann am Abend auf ein Bier auf ihrer riesigen Dachterrasse mit Blick auf die Dächer der Stadt. Später zogen wir mit einer bunt gemischten Gruppe weiter zum Steakhaus, wo wir ein riesiges Stück herrliches Fleisch verspiesen – es sollte nicht das letzte sein...
Die nächsten neun Tage verbrachte ich ausschliesslich in der Grossstadt, die mir auf Anhieb sehr gut gefiel. Die vielen unterschiedlichen Quartiere laden zum spatzieren und entdecken ein und unter den baumgesäumten Aleen liess es sich in der brütenden Hitze des Argentinischen Sommers angenehm flanieren.
Ich besuchte etliche Märkte und Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel den sonntäglichen Markt im Stadtteil San Telmo, wo allerlei brauch- und unbrauchbare Antiquitäten und selbstgestricktes verkauft wird. Am hübschen Plaza Dorrego im selben Stadtteil tanzen Einheimische Tango und versuchen die anwesenden Besucher zum mittanzen zu animieren (ich konnte mich dem erfolgreich widersetzen).
Tangotänzer in San Telmo
In La Boca, einem alten und etwas heruntergekommenen Stadtteil Buenos Aires‘ , schaute ich mir die vielen bunt bemalten Häuser an, die einst aus dem Blech alter Schiffe erbaut und mit Schiffsfarbe bemalt wurden. Heute sind die zwei buntesten Strassen ein sehr beliebtes Ziel bei den Touristen. Ein weiteres Highlight meines Besuches in der Hauptstadt war dann die andere Attraktion La Boca’s, das Fussballstadion „La Bonbonera“ mit dem wohl berühmtesten Club Argentiniens, Boca Juniors. Ich konnte mir über das Hostel eine Karte für das Spiel gegen Quilmes besorgen und begab mich mit Anna und vielen anderen ins leider nicht ausverkaufte Stadion. Die Stimmung, die tausende der Boca Junior Fans mit Trommeln und Singen erzeugen ist schlicht atemberaubend und wir konzentrierten uns mehr auf die Gegentribüne als aufs Spiel, das eh nicht besonders spannend war. Boca gewann das Spiel 1:0 und so blieb die Stimmung auch nach dem Spiel friedlich und die fans feierten ausgelassen.
Buntes Haus in La Boca
Eine Attraktion der etwas anderen Art ist der Friedhof in La Recoleta, einem gehobenen Wohn- und Geschäftsquartier im Norden der Stadt. Viele berühmte Söhne und Töchter der Stadt, wie z.B. der Schriftsteller Jorge Luis Borges oder die Ex-Präsidentengattin Eva (Evita) Perón liegen hier in haushohen Mausoleen begraben und ich besuchte zusammen mit einigen Mitbewohnern des Hostels die aufwändig gestalteten Grabstätten.
Cementerio de la Recoleta
Während meines Aufenthaltes in Buenos Aires kam es dann auch noch zu einem Wiedersehen mit Ulli & Suse. Suse war auf der Suche nach einem Arbeitseinsatzes auf einer Farm ausserhalb Buenos Aires und Ulli musste frühzeitig zurück nach Deutschland reisen. Wir genossen die gemeinsamen drei Tage bei sommerlichen Temperaturen, gutem Essen und noch mehr Sightseeing und feierten die insgesammt über vier zusammen gereisten Wochen mit einem guten Steak, bevor sich unsere Wege abermals trennten.
Die tolle Zeit in Buenos Aires kam nun langsam zu einem Ende und damit auch meine einjährige Reise. Doch es warten noch einige Tage in London und ein kurzer Stop in Paris auf mich, bevor es dann entgültig nach Hause geht...
Sonnenuntergang in Buenos Aires
La Boca
VIVA LA BOCA!!!
ReplyDeleteaber no meh the beat!!! willkomme, gli bisch dehei!