Saturday, 27 November 2010

Perito Moreno Gletscher & El Chaltén, Argentinien (G)


Nun stand der fünfte und letzte Grenzübertritt zwischen Chile & Argentinien auf dem Programm. Mit Marleen machte ich mich auf den Weg von Puerto Natales nach El Calafate am Lago Argentino, dem grössten See Argentiniens, um uns einen weiteren Gletscher anzuschauen. El Calafate und seine 12‘000 Einwohner leben hauptsächlich von den Touristenscharen, die tagtäglich eintreffen, um sich den berühmten “Perito Moreno“ anzusehen. Der Gletscher ist Teil des riesigen Südlichen Eisfeldes Patagoniens und schlängelt sich über 60 Kilometer in den Lago Argentino. Der zerklüftete Gletscher und dessen weiss-blaue Gletscherwand, die nur wenige Meter vor dem Festland zum stehen kommt, bietet einen spektakulären Anblick.

Auch wir wollten uns diese Attraktion nicht entgehen lassen und fuhren mit einem Minibus in den Nationalpark Los Glaciares. Obwohl das Wetter wieder einmal nicht so ganz mitspielen wollte, konnten wir den Gletscher aus nächster Nähe bei leichtem Regen bestaunen und glücklicherweise tat sich rechtzeitig eine Lücke in den Regenwolken auf, um den Gletscher für einige Minuten zu erhellen.

Ein imposantes Naturschauspiel ist das kalben des Gletschers. Alle paar Minuten brechen riesige Eisbrocken von der Gletscherwand ab und stürzen unter lautem Getöse ins Wasser. Auch sonst bewegt sich einiges im Gletscher – es knirscht und kracht überall und von den Besucherterrassen gegenüber fühlt man sich mitten drin im Geschehen.

Nebst dem Gletscher hat El Calafate aber nicht besonders viel zu bieten und ich verliess das Städtchen am nächsten Tag in Richtung El Chaltén, der “Trekkinghauptstadt“ Argentiniens. Geplant waren einige Tageswanderungen inmitten des spektakulären Fitz Roy Bergmassivs. Das Wetter war aber schlussendlich so grauenhaft, dass ich nach zwei Tagen schon wieder abreiste.
El Chaltén ist ein kleines Kaff im Nationalpark und versorgt die angereisten Touristen mit Essen, Unterkünften und Ausrüstung. Es weht ein konstant starker Wind durch das Dorf und angereichert mit Regen und Schnee empfand ich meine Zeit ausserhalb des Hostels oder Cafés nicht als besonders angenehm. Mindestens eine Tageswanderung wollte ich dann aber schon noch unternehmen und so “absolvierte“ ich eine gut fünfstündige Tour durch einen Schneesturm, ohne einen der berühmten Berge (Torres & Fitz Roy) der Region zu sehen.

Das Ende meiner Reise kommt nun unvermeidlich näher und ich entschied mich, den Süden Patagoniens zu verlassen und eine 28-Stündige Reise nach Puerto Madryn anzutreten.

Friday, 19 November 2010

Torres del Paine National Park, Chile (E)


Most of the travellers on the ship were planning on trekking the “W”, one of South America‘s most famous treks in Torres del Paine National Park that looks like the letter W on the map. We disembarked the ship and met again later that day to discuss our plans. With Marleen & Anna from Holland and Toby from Australia I found three people with the same plans and we teamed up to hike & camp in the national park for five days.
The organisation took us much longer than we initially thought and combined with the fact that we found an excellent Pizza place, we decided to stay in Puerto Natales for another day. Once all the camping gear, food and transportation was organised, we prepared our backpacks and enjoyed a good night’s sleep in a comfortable bed.

We were picked up by a minibus early next morning and brought into the national park where we set up our tents and walked about eight hours to see the famous towers from up close. The impressive panorama of the towers and the green lake was well worth the effort and we stood there for a long time enjoying the view. Unfortunately the weather was not that good for taking pictures but we were glad we could walk the first stage of our trip without any rain or strong winds. Tired from climbing the mountain, we cooked dinner and went straight to bed.

The second day promised a walk around several lakes through beautiful scenery but it would be very tiring, as we had to carry all our gear (approx 15 kilos) to the next campsite. Weather & landscape were perfect and we managed to complete this leg of the trek in about seven hours. Our camp for the night, "Campo Italiano", is a very basic campsite without any infrastructure other than a little shelter where people can cook and eat. We prepared a huge pan of spaghetti and went for another early night as the chilly wind forced us into our tents.

Day three started promising with more blue sky and less wind. That day’s trek would be an easy one with only 3 hours walking up the “French Valley” to see the 360 degrees mountain panorama and another 2.5 hours back down to the campsite. We managed to reach the viewpoint in time for lunch and enjoyed the amazing views of mountains, forests and glaciers before heading back down to our tents. As we were early enough and still quite energetic, we quickly packed our gear and walked another two hours to the next campsite to shorten the next day’s leg as well as enjoying better amenities. We definitely preferred having showers & toilets and we even had a heated kitchen to cook and rest while the cold Patagonian wind made for a freezing night in the tent.


Perfect weather and postcard scenery at Valle del Francés
(click to enlarge)


We started our fourth day after a cold, sleepless night and with all our muscles aching from the previous tiring days. As the weather turned worse, we decided to spend another night in the same camp and finish the last leg of the W doing a seven hours day-hike without our full gear. This meant we would not have much time to see the main attraction of this day, the Grey Glacier, as we had to return to our camp for dinner. The hike was very enjoyable and we stopped many times to have a quick chat with other Navimag-passengers who were hiking the same leg that day. Glacier Grey was impressively big but the grey lake, grey glacier and grey sky meant there wasn’t much interesting to spend hours looking at. We returned to the camp and finished walking the 76 kilometers in four instead of the planned five days. We celebrated this achievement together with other travellers with some red wine in the camping kitchen.

It started raining during the night and we were glad we wouldn’t have to hike on day five. We packed our wet gear and headed for the boat and bus trip back to Puerto Natales, where another Pizza and hot showers were waiting for us.


With Toby, Anna & Marleen in front of the torres

Navimag Passenger reunion

Tuesday, 16 November 2010

Navimag Fähre nach Südpatagonien, Chile (G)


Ein weiteres Mal überquerte ich die Grenze nach Chile über einen spektakulären Pass mit viel fotogener Landschaft. Nach sieben Stunden Fahrt erreichte ich Puerto Montt, eine wichtige Hafenstadt im Norden Patagoniens und Ausgangspunkt für Fährverbindungen auf die nahe gelegene Insel Chiloé und den Süden Patagoniens.

Das erste meiner Dates war ein kurzes Wiedersehen mit Ulli & Suse, die einen Tag früher in Puerto Montt ankamen und auf Chiloé weiter wollten. Die beiden holten mich am Busbahnhof ab, wir gingen zusammen die Stadt anschauen und kochten Abends leckeres Essen im Hostel.

Am nächsten Morgen wartete das nächste Date auf mich, ich hatte mich nämlich trotz hoher Preise für die Schifffahrt von Puerto Montt nach Puerto Natales im Süden Patagoniens entschieden und musste mich nun um 10 Uhr früh beim Fährterminal einfinden.

Die viertägige Fahrt wird von der Reederei Navimag mit dem Schiff “Evangelistas“ durchgeführt, einer Fähre, die Fracht und Passagiere auf offener See und durch unzählige enge Kanäle und Fjorde Patagoniens befördert. Die Fahrt sollte gemäss Plan um 14 Uhr beginnen aber aufgrund des schlechten Wetters wurde es dann Mitternacht bis wir den Hafen verliessen. Zu meiner grossen Freude durfte ich anstatt im gebuchten 42er-Zimmer in einer konfortablen 4er-Koje schlafen, da das Schiff nicht voll ausgebucht war. Gleich lernte ich viele andere Reisende kennen und wir verbrachten die vielen Stunden auf der Fähre mit Kartenspielen, Kinofilmen und bei schönem Wetter auf Deck. Zwei Guides hielten Vorträge über Flora & Fauna Patagoniens und wir durften jederzeit zum Kapitän auf die Brücke, um ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Am letzten Abend wurde ein Bingoabend organisiert und anschliessend tanzten wir uns in der Bar die Beine wund.

So wurde uns auf der langen Reise kaum langweilig, auch weitere Verspätungen brachten uns nicht aus der Ruhe. Einzig die 18 Stunden auf offener See mit bis zu 6 Meter hohen Wellen verlangte uns einiges an Durchaltewillen ab und die mitgebrachten Pillen gegen Seekrankheit wurden rege eingenommen.
Ein Highlight der Fahrt war nebst den vielen uns begleitenden Delfinen der Abstecher zum Gletscher “Iceberg“, der sich über mehrere Kilometer in einen Fjord schlängelt. Die Gletscherwand ist dutzende Meter hoch und uns wurde die enorme Grösse erst richtig bewusst, als das Beiboot zum Gletscher fuhr, um etwas Eis für die Bar zu organisieren. Die Relation ist auf dem folgenden Bild zu sehen – das ca. 4 Meter lange Boot ist als kleiner schwarzer Fleck im Wasser zu erkennen.


Da das Wetter oft schlecht war, wuchs unsere Verspätung auf 24 Stunden an. Wir freuten uns über die zusätzliche Nacht auf dem Schiff und erreichten Puerto Natales nach 4,5 Tagen auf der Evangelistas bei Sonnenschein und dem wie erwartet starken Wind Patagoniens.





Tuesday, 9 November 2010

Bariloche, Argentina (E)


The weather turned quite bad with a snow storm building up but the bus brought us safely over the border on top of Tromen pass. We were lucky as the pass had to be temporarily closed the next day due to bad weather conditions. Unfortunately the sun kept hiding behind thick rain clouds for two more days and I wasn’t able to cycle through the picturesque seven lake region as originally planned. There was no point in staying in the expensive tourist town of San Martin de los Andes without anything to do other than tasting delicious chocolate in some of the many chocolate shops. I decided to continue further south to the city of Bariloche which is known for even more chocolate shops, beautiful blue lakes and impressive mountain scenery.

View from the hostel balcony

Several people recommended staying at Penthouse 1004 which was supposed to have the best views of any accommodation in Bariloche. I was travelling with two Australian guys I met in San Martin and the taxi driver dropped us right in front of the ugliest high-rise building in town, telling us to enter and take the elevator to the 10th floor. Confused about the total lack of signage we took the service elevator up and rang the doorbell of apartment 1004. We were greeted by one of the three lovely employees and shown around the hostel. We were impressed by the friendly staff, nice living areas, a big kitchen and the most amazing view over Lake Nahuel Huapi. The motivation to cook (or rather watch & learn) at the hostel was huge because Jakob, a Swiss guest of the hostel, is a trained chef and used to work in a Michelin star kitchen in Switzerland. He offered to cook for whoever wanted to help him and soon we were preparing meals for up to twelve people.

Fortunately the weather improved during my stay in Bariloche and I was able to enjoy two sunny days exploring the area. I spent one day hiking around the hills outside the city with great views of the snow capped mountains in the distance. With Marleen from Holland I went on a one-day Bicycle tour west of Bariloche called “Circuito Chico”, a 25 Kilometer circuit over gentle hills, along beautiful blue lakes and through thick forest. There were photo opportunities everywhere and we spent the whole day gazing at the landscape which sometimes reminded me a lot of the scenery back in Switzerland. Add to that all the chocolate shops and cheese fondue restaurants and one could almost forget being on a different continent. I also enjoyed one of the best coffees I had in South America when Marleen and I went to treat ourselves to a cup of Cappuccino at the Llao Llao Hotel, the most luxurious 5-star hotel in the country, beautifully set on a hill overlooking the lakes.

After all these gastronomical highlights (I didn’t try the fondue though, saving the anticipation for my return to Switzerland), I had to move on and headed back into Chile where two dates were waiting for me...





Llao Llao Hotel

Cappuccino at Llao Llao Hotel

Wednesday, 3 November 2010

Pucón, Chile (G)


Ulli & Suse haben mir noch einen guten Reisetip mit auf den Weg gegeben – im Chilenischen Seengebiet solle es einen aktiven Vulkan geben, den man besteigen und dann runter schlitteln könnte. So stand für mich klar, dass Pucón meine nächste Destination sein würde. An die langen Busfahrten in Südamerika habe ich mich langsam gewöhnt und so überstand ich die zehn Stunden Busfahrt ohne Probleme.

Je näher ich Pucón kam, desto grüner und hügeliger wurde die Landschaft und schon bald befand ich mich inmitten der idyllischen Seenlandschaft Chiles. So einiges erinnerte mich hier an die Schweiz; da standen Holzchalets direkt am Ufer der klaren Bergseen, Tannenwälder bedeckten die Hügel und in der Ferne waren Schneebedeckte Berge zu sehen.
Pucón selbst liegt am Villarrica See auf 220 Metern über Meer und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Im Winter wird hier Ski gefahren und im Sommer locken diverse Extremsportarten sowie Ausflüge in die umliegenden Nationalparks. Das Markenzeichen Pucóns ist aber zweifelsohne der 2‘840 Meter hohe Villarrica Vulkan, der majestätisch hinter dem Örtchen thront und eine konstante Dampfwolke ausstösst. Im momentanen Chilenischen Frühling ist er noch in eine dicke Schneeschicht eingepackt, was meine Vorfreude aufs schlitteln noch mehr steigerte.


Gleich nach meiner Ankunft sicherte ich mir einen Platz für die Vulkantour am folgenden Tag, da die Wetterprognosen danach Regen und Sturm versprachen. Nach der Anprobe der wetterfesten Kleidung organisierte ich noch Kraftnahrung für den strapaziösen Aufstieg und versuchte noch einige Stunden Schlaf zu erhaschen.
Am nächsten Morgen um 6:30 Uhr gings dann los, um den Vulkan möglichst früh und bei gutem Wetter zu erklimmen. Unsere 11er-Gruppe wurde auf vier Guides aufgeteilt und wir fassten Rucksäcke, Eispickel, Steigeisen sowie den Po-Rutscher (-Schlitten). Per Bus wurden wir zum Fusse des Vulkans auf 1‘200 MüM gefahren, wo die Wanderung begann. Die ersten zwei Stunden führten uns an Skipisten entlang durch ziemlich nass-weichen Schnee und waren recht einfach zu bewältigen. Bei einer kurzen Pause konnten wir das fantastische Panorama geniessen, bevor uns die Guides durch ein steileres Stück führten. Während der nächsten guten Stunde kamen auch die Eispickel zum Einsatz, um zusätzliche Stabilität zu geben, da der Schnee auf dieser Höhe um einiges härter und rutschiger war.
Wir stoppten ein weiteres Mal um uns zu erholen und behielten den Gipfel stets im Auge, da sich dort in der Zwischenzeit eine kleine Wolke gebildet hatte. Wir wurden angewiesen uns wärmer anzuziehen, um für den Fall eines plötzlichen Wetterumschwungs gerüstet zu sein und prompt setzte dieser auch ein. Innert weniger Minuten bildeten sich direkt vor unseren Augen aus dem blauen Himmel dichte Wolken und es fing an zu stürmen. An einen Aufstieg zum Kraterrand war nicht mehr zu denken und so mussten wir uns 30 Minuten vor erreichen des Gipfels für den Abstieg bereitmachen.

Dieser führte zuerst einige Höhenmeter zu Fuss hinunter, bevor wir uns auf den Plastikschlitten setzten und die ca. 1‘200 Höhenmeter ins Tal rutschten. Die Rutschpartie machte riesig Spass und nach einer Weile kamen wir auch wieder unter der Wolke hervor, wo sich uns eine schier unendliche Weitsicht über die Seenregion präsentierte.

Perfektes Wetter beim Aufstieg


Plötzlicher Wetterumschwung

Erschöpft von diesem ereignisreichen Tag ruhte ich mich erstmal etwas aus und unternahm auch am nächsten Tag nicht viel, da in der Nacht starker Regen einsetzte. Mit einigen Reisenden vom Hostel ging ich auf eine kurze verregnete Wanderung und bestaunte später den schwarzen Sandstrand am Lago Villarrica. Die Wetterprognose für die nächsten Tage war alles andere als erfreulich und ich entschied, mich auf den Weg über die Grenze ins Argentinische Seengebiet zu machen.

Sonnenuntergang am Lago Villarrica